Lebensmittelintoleranzen

Immer mehr Menschen leiden an Lebensmittelintoleranzen, wodurch sie in ihrem Alltag stark eingeschränkt sind.

Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen, Hautausschläge und Unwohlsein gehören zu den häufigsten Symptomen. Bis zur Diagnose haben viele Betroffene einen langen Leidensweg hinter sich. Nicht selten werden ihre Beschwerden nicht ernst genommen und als psychisches Problem abgetan.

Häufig spricht man bei negativen Reaktionen auf ein Essen sofort von einer Lebensmittelallergie. Was viele nicht wissen, nur 1-5 % der Bevölkerung leiden an einer wirklichen Lebensmittelallergie. Der Prozentsatz der Lebensmittelintoleranzen liegt deutlich höher, nämlich bei bis zu 30 % der Bevölkerung.

Echte Allergie versus Intoleranz

Eine Nahrungsmittelallergie ist eine Reaktion des Immunsystems, das bestimmte Eiweiße im Essen als Eindringlinge bekämpft. Schon kleinste Mengen können ausreichen, um eine allergische Reaktion wie Atemnot, Hautausschlag und im schlimmsten Fall sogar einen Kreislaufkollaps hervorzurufen.

Bei einer Lebensmittelintoleranz fehlen dem Körper Verdauungsenzyme oder bestimmte Transportmechanismen funktionieren nicht. Das kann erblich bedingt sein, aber auch als Folge von anderen Erkrankungen entstehen. Betroffene können häufig bestimmt Mengen des auslösenden Stoffes noch sehr gut vertragen bzw. kann sich die Intoleranz durch Ausheilung der Grunderkrankung auch von selbst zurück bilden.

Bei Intoleranzen rebellieren vor allem der Magen und Darm und das ca. 15 Min. bis 2 Stunden nach Aufnahme des auslösenden Stoffes über die Nahrung.

Zu den häufigsten Lebensmittelintoleranzen zählen

  • Lacotseintoleranz
  • Fructoseintoleranz
  • Histaminintoleranz
  • Glutenunverträglichkeit/sensivität (Zöliakie).

Während bei einer Glutenunverträglichkeit komplett auf glutenhaltige Produkte, wie Weizen, Hafer, Gerste, Dinkel und Roggen verzichtet werden muss, da ansonsten die Darmzotten dauerhaft geschädigt werden, können Menschen mit einer Lactose-, Fructose- und Histaminintolanz bestimmte Mengen häufig gut vertragen. Die individuelle Toleranzschwelle muss und soll ausgetestet werden.

Umgang mit Lebensmittelintoleranzen im Alltag

Erleichterung bei enzymbedingten Lebensmittelintoleranzen bringen auch Nahrungsenzyme (wie z.B. Lactase) aus der Apotheke, welche die fehlende Eigenproduktion des Körpers ausgleichen und einfach zu lactosehaltigen Mahlzeiten aufgenommen werden. So kann man auch bei Einladungen oder im Urlaub unbeschwert schlemmen. Auch die Lebensmittelindustrie hat sich mittlerweile vermehrt auf die immer größer werdende Nachfrage an Speziallebensmitteln eingestellt. Mittlerweile gibt es bereits ein großes Angebot an lactosefreien Milchprodukte und glutenfreien Brotsorten, Nudeln und Gebäck.

Vorsicht geboten ist nach wie vor bei allen Fertigprodukten und auch Medikamenten, da hier z.T. Lactose und Gluten als Füllstoffe enthalten sind oder durch bestimmte Wirkstoffe die Histaminfreisetzung im Körper gesteigert wird.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollte man bei begründeten Verdacht einen Allergietest (z.B. IgE) oder Tests zum Ausschluss von Lebensmittelintoleranzen (z.B. H2-Atemtest) vornehmen lassen. Hilfreich ist auch das Führen eines Ernährungstagebuches um Zusammenhänge zwischen Befinden, Ernährung und Stress besser zu erkennen. Bestätigt sich der Verdacht einer Allergie oder Intoleranz, empfiehlt es sich, sich von einem Ernährungsexperten aufklären und individuell beraten zu lassen.

Rezepttipp: Reines Buchweizenbrot (glutenfrei)

Zutaten für eine Kastenform:

700 g Buchweizen Vollkornmehl
50 g Kartoffelmehl
1 TL Salz
½ Pck. Backpulver
600 ml Wasser
70 ml Rapsöl

Zubereitung:

Alle Zutaten in eine große Rührschüssel geben und mit den Knethaken des Mixers gut verkneten bis ein zäher Teig entsteht, der sich vom Rand der Schüssel löst. Anschließend den Teig in eine gefettete Kastenform geben und die Oberfläche mit Wasser bestreichen. Im Backofen bei 200°C eine Stunde ausgebacken.

Info:

Buchweizen ist heute vor allem in der Vollwert-Küche beliebt. Er gehört zur Familie der Knöterichgewächse und hat einen nussartigen Geschmack. Das besondere am Buchweizen ist, dass er kein Gluten, also kein Klebereiweiß enthält und dadurch auch bei Zöliakie vertragen werden kann.

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